Nachbarrecht

In den Bundesländern existiert jeweils ein „Nachbarrechtsgesetz“. Diese sind nicht bundeseinheitlich und regeln auch jeweils nur Teile des privaten Nachbarrechts, machen insbesondere für Rechtsbeziehungen rund um die gemeinsame Grundstücksgrenze (deren Bebauung, Bepflanzung und Nutzung) detaillierte Vorgaben.

Weitere Regelungen zum privaten Nachbarrecht finden sich im BGB.

Die (Abwehr-) Rechte des Nachbarn eines Bauvorhabens ergeben sich darüber hinaus aus Regelungen des öffentlichen Baurechts (Bauplanungsrecht, Bauordnungsrecht, teilw. auch Immissionsschutzrecht).

Sofern danach als „nachbarschützend“ anerkannte Vorschriften und Regelungen verletzt sind, kann sich ein Nachbar gegenüber der Baubehörde sowohl gegen die – eine bauliche Anlage auf dem Nachbargrundstück legitimierende – Baugenehmigung richten als auch ein Einschreiten der Behörde gegen eine über die mit der Baugenehmigung legitimierte Nutzung hinausgehende oder anderweitige Nutzung des Nachbargrundstücks verlangen.

Entgegen dem allgemeinen Sprachgebrauch werden als „Nachbarn im Rechtssinne“ in den meisten baurechtlich relevanten Konstellationen lediglich Grundstückseigentümer (nicht Mieter) anerkannt, wobei mitunter auch Eigentümer nicht unmittelbar angrenzender Grundstücke als „Nachbarn“ im Rechtssinne sind.