Einheitspreis

Beim Einheitspreisvertrag wird der zu zahlende Werklohn auf Grundlage eines Aufmaßes bestimmt, mit dem die tatsächlich erbrachten Leistungen des Unternehmers bestimmt werden. Die anfallenden Arbeiten, sind dabei in einzelne Leistungspositionen aufgeteilt, beschrieben und mit Einheitspreis versehen. Bei Vertragsschluss wird also lediglich der Einheitspreis vereinbart, also der nach dem Aufmaß abzurechnende Preis pro geleistete Einheit, etwa der Preis pro Kubikmeter Mauerwerk, oder der Preis pro Quadratmeter Innenputz. Die bei Vertragsschluss geschätzten Massen dienen grundsätzlich nur der Kalkulation des Angebotspreises. Angebotspreis und in einem Angebot (=Kostenvoranschlag) geschätzte/kalkulierte Massen haben nach dem Prinzip des Einheitspreisvertrages keine Verbindlichkeit.

Zu jeder Position des Leistungsverzeichnisses wird nach fertiggestellter Arbeit die tatsächlich geschuldete Vergütung, nach der tatsächlich ausgeführten und durch Aufmaß zu ermittelnden Masse/ Menge und eben dem bei Vertragsschluss vereinbarten Einheitspreis berechnet. Vorstehendes Prinzip erfährt in Praxis und Rechtsprechung einige Anpassungen, etwa bei gravierenden Abweichungen der kalkulierten Massen von den tatsächlich ausgeführten Massen in die ein oder andere Richtung (vgl. etwa auch § 2 Abs. 3 VOB/B oder § 650 BGB). Für beide Parteien eines Einheitspreisvertrages ist es von Bedeutung, sowohl den nach dem o.g. Prinzip an sich allein verbindlichen „Einheitspreis“ zu prüfen als aber auch die in dem Angebot (=Kostenvoranschlag) eingesetzten Massenschätzungen auf ihre Realitätsnähe zu prüfen.

In der Praxis wird der Einheitspreis (Abk.: EP) auch als kalkulatorischer „Hintersatz“ bezeichnet und die Massenangabe als „Vordersatz“, auch wird der Einheitspreis als „Multiplikator“ benannt.

Entwurfsverfasser

Als Entwurfsverfasser wird die Person bezeichnet, die dem Bauherrn für eine konkrete Baumaßnahme einen entsprechenden Entwurf zur Verfügung stellt. Der Entwurfsverfasser muss diesen Entwurf nicht selbst anfertigen. Es wird als ausreichend angesehen, wenn er diesen Entwurf unter seiner Leitung anfertigen lässt.

Der Entwurfsverfasser ist nach § 53 der Niedersächsischen Bauordnung bzw. § 58 der Bauordnung NRW dafür verantwortlich, dass die gefertigten Entwürfe den öffentlich-rechtlichen Vorschriften entsprechen. Es ist zwar möglich, für einzelne Teilbereiche Fachplaner oder Sachverständige hinzuzuziehen. Der Entwurfsverfasser bleibt jedoch für das Ineinandergreifen bzw. die Abstimmung der Beiträge verantwortlich.