Bauleistungsversicherung

Den Parteien eines Bauvertrages ist an einem reibungslosen Ablauf des Bauvorhabens gelegen. Unvorhergesehene Beschädigungen oder Zerstörungen der Bauleistung oder von gelagertem Baumaterial stellen ein Risiko im Rahmen vereinbarter Fertigstellungstermine dar und können ein Bauprojekt zum Erliegen bringen.

Eine Bauleistungsversicherung versichert das sachversicherungsrechtliche Bauleistungsrisiko bei Bauprojekten. Die Bauleistungsversicherung eines Bauunternehmers umfasst regelmäßig das Leistungsinteresse dieses Unternehmens sowie das der Leistungen der Subunternehmer. Die Bauleistungsversicherung eines Bauherrn/Auftraggebers umfasst hingegen das Interesse am Gesamtbauvorhaben.

Auftragnehmer können sich auf der Grundlage der Allgemeinen Bedingungen für die Bauleistungsversicherung von Unternehmerleistungen (ABU 2011), Auftraggeber auf der Grundlage der Allgemeinen Bedingungen für die Bauleistungsversicherung durch den Auftraggeber (ABN 2011) versichern. Von diesen Allgemeinen Geschäftsbedingungen kann durch Individualvereinbarung abgewichen werden.

Bei einer Bauleistungsversicherung kann es sich um eine Projektdeckung im Einzelfall oder um eine Gesamtjahresdeckung handeln, die Schäden, die unvorhergesehen bei Baumaßnahmen oder Montagearbeiten auftreten oder bei denen der Verursacher nicht bekannt ist, abdeckt. Unvorhergesehene Schäden können durch Leitungswasser, Brand, Vandalismus oder Diebstahl lagernder Bauteile auftreten. Außergewöhnliche Witterungsereignisse, wie zum Beispiel Hochwasser gehören dazu, sofern sie nicht aufgrund lokaler Gegebenheiten vorhersehbar sind. Gewährleistungsmängel, vorsätzliche Schädigungshandlungen oder normale Witterungseinflüsse, mit denen nach der Jahreszeit und den lokalen Verhältnissen gerechnet werden muss, sind hingegen nicht erfasst.

Versicherbar sind die zu dem jeweiligen Bauvorhaben dazugehörigen Baustoffe und –teile sowie Bauhilfsstoffe. Der Versicherungsschutz besteht bis zur Gesamtabnahme. Dieser ist erweiterbar auf bis zu 24 Monate Nachhaftungszeit für solche Schäden, die ursächlich im Versicherungszeitraum lagen, zum Beispiel bei Hochwasserschäden.

Die Versicherungssumme setzt sich durchschnittlich aus der Summe aller Lohnkosten und dem Neuwert aller gelieferten Baumaterialien zusammen, die zuvor kalkulatorisch niedergelegt worden sind. Baunebenkosten sind in der Regel ausgeschlossen.